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Heimatstube Wulfen

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Alte Schulstraße 4
06386 Osternienburger Land OT Wulfen

Öffnungszeiten:
Montag – Donnerstag
9.00 – 14.00 Uhr und nach Vereinbarung

Vorstellungsbild

“Eigentlich ist das noch ein Resultat unserer 1000-Jahr-Feier von 1995“, sagt Norbert Schicke. Der Bürgermeister von Wulfen steht in dem alten Haus gegenüber der Grundschule und schaut sich zufrieden um. Hier, in den bis vor zwei, drei Jahren noch als Klassenräume genutzten Zim-mern, ist inzwischen eine Heimat-stube entstanden mit einer Sammlung, die sich schon sehen lassen kann.

Vor dem 1000-jährigen, erinnert er sich, hatten einige Frauen sämtliche Wulfener Haushalte abgeklappert auf der Suche nach alten, auf-hebenswerten Dingen. „Bei man-chen sind wir öfter gewesen, manchmal mussten wir fast einen Kniefall machen“, erinnert sich An-ni Schmidt, die heute über ABM in der Heimatstube beschäftigt ist. Ei-niges kam jedenfalls damals zu-sammen. Landete aber nach der Fei-er mangels Räumlichkeiten im Kel-ler der Grundschule, wo „viel in-zwischen dem Verfall preisgegeben war“, wie Schicke sagt. Die Feuchtigkeit dort hatte einen ent-scheidenden Anteil daran.

Bis zu dem Zeitpunkt, wo nicht nur einige Räume der alten Grundschu-le frei wurden, sondern über den Förderverein Bildung und Arbeit in Bernburg auch noch zwei AB-Stel-len genehmigt. Das war im vergan-genen Oktober. Seitdem wurde re-noviert und umgeräumt, seitdem haben Anni Schmidt und Beate Iwanow mit viel Liebe zwei Räume und den Flur des Hauses eingerich-tet. Bilder sind zu sehen vom ehe-maligen Wulfener Maler Franz Hellmuth, historische Kinder- und Puppenwagen, Singer-Nähmaschi-nen, Kaffeeröster, Dreschflegel, Schlachtewannen aus Holz – man möge staunen, was in den Wulfe-ner Haushalten alles noch aufgeho-ben wurde. Den Flur zieren ein Tisch, der etwa um 1900 herum gebaut sein muss, eine alte Schul-bank, alte Stifte für Schiefertafeln, Puppen. Eine Schulfahne, die eben-falls von 1900 herum stammt und bereits einige Schäden aufweist, deren Reparatur derzeit aus finan-ziellen Gründen unmöglich er-scheint. Im „Wohnzimmer“ schließlich finden sich neben aller-lei Küchengeräten und -untensilien- darunter einiges aus der einstigen Bäckerei Richter und der Getränke-fabrik Schnurre – auch etliche alte Fotos wie das von Guido Robert Heß aus der Familie der einstigen Domänenbesitzer.

Rund 300 Ausstellungsstücke sind inzwischen in der Heimatstube zu sehen. „Jutta Richter hat auch über Jahre gute Zuarbeit geleistet“, lobt Schicke – nicht nur, was die Weiterführung der Ortschronik be-trifft. Nicht zu vergessen Frank Wulkau, der ehemalige Leiter der Sekundarschule, der in einem drit-ten Raum nun eine Ausstellung zur Geschichte der Schule zusam-menstellen soll. Und vielleicht, hofft Schicke, kann man ja in Wul-fen irgendwann mit einem Extra-Teil zur Geschichte der DDR wei-termachen. „Das geht natürlich al-les nur über ABM“, fügt er an. Im Herbst diesen Jahres läuft die der beiden Frauen erst einmal aus, danach müsse man weitersehen.

(Quelle: MZ vom 15.07.2003)

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